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TEIL 2 - TOILETTENARTIKEL

Reisen zu zweit hat mehrere Vorteile. Einer davon ist, dass man die Toilettenartikel auf zwei Rucksäcke aufteilen kann. Die blöder Frage mit der Zahnbürste könnt Ihr Euch sparen, wir haben jeder eine Eigene dabei.
Hier also die ausführliche Liste der Toilettenartikel. Auf ein Foto davon habe ich verzichtet, Ihr könnt Euch ja vorstellen, wie so was aussieht.

TEIL 2 - TOLETTENARTIKEL

Handtuch für Körper - In seltenen Fällen kriegen wir in den Hotels ein Handtuch. Das ist dann jeweils die Gelegenheit, unser eigenes Handtuch wieder einmal zu waschen.

Handtuch (Hände) - Ihr fragt Euch wahrscheinlich, warum wir ein Handtuch für die Hände haben. Dies ist ein kleiner Luxus. Wenn wir länger am selben Ort bleiben, packe ich dies jeweils aus und hänge es neben dem Lavabo auf. Das gibt uns ein wenig das Feeling vom trauten Heim und ist dazu noch hygienisch.

Seifenschale mit Handseife - Das selbe gilt für die Seifenschale. Für einen Kurzurlaub (3 Wochen ☺) packe ich jeweils nur eine Handseife ein, für eine so lange Zeit ist ein Douche-Produkt jedoch kein Luxus, denn damit trocknet die Haut definitiv weniger aus.

Shampoo und Conditioner - Nein, ich brauche keinen Conditioner, aber Flo.

Douche-Produkt - Wir probieren stets vor Ort möglichst kleine Packungen davon zu kaufen.

Zahnpasta und Zahnbürste - In Indien gibt es eine Zahnpasta, die heisst Meshwak. Wir haben noch eine Tube nach Malaysia mitgenommen, doch mittlerweile ist sie uns leider ausgegangen.

Zahnseide - Hat kein Gewicht und braucht kein Platz.

Linsenmittel - ist fast leer. In Indonesien sind sind nur Riesenpackungen davon zu finden. Kenne aber einen Optiker in Kuala Lumpur, der die kleinen Flaschen verkauft.

Reserve Monatslinsen - Hatte Linsen für ein Jahr gekauft, da ich aber nicht so häufig die Linsen rein mache, reichen diese Locker für zwei Jahre.

Reserve Tageslinsen - Die brauche ich zum Tauchen, so würde mir nicht eine wertvolle Monatslinse verloren gehen, sollte ich unter Wasser eine verlieren.

Haargel - Nur eine kleine Tube. Manchmal machen wir uns so richtig flott.

Rasierer - In Nepal und in Indien habe ich mich immer rasieren lassen. Dafür sind die absolute Speziallisten. In Malaysia und in Indonesien bevorzuge ich es aber, mich selbst zu rasieren. Die sind nicht wirklich geübt darin.

Gesichtscrème - Für den modernen Mann von heute.
mini Dose Nivea - Nivea ist ja aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken.
Sonnencrème 20 - ein absolutes Muss in diesen Regionen.
kleine Tube Sonnencrème 50 - nur für meine Nase.

Insektenspray - das grässliche Anti-Brumm ist schon seit Monaten leer. Kaufen vor Ort immer wohlduftende lokale Produkte.

Deodorant - Ein Deo kostet hier weniger als 10‘000 Rupien. Also ungefähr einen Franken.

Q-Tips - natürlich für die Ohren, können aber auch dazu verwendet werden, um Schmutz zwischen meinen Tasten auf der Tastatur zu entfernen.

Nagelschere und Nagelfeile - dazu gibt es jetzt wirklich nichts zu sagen.

Wäscheleine - In den Hotelkategorien, in welchen wir absteigen ist meist keinen Platz für Kleider vorgesehen. Bleiben wir länger, spannen wir die Wäscheleine, so dass wir unsere Kleider nicht auf den Boden legen müssen.

halber Squash-Ball - dient als Stöpsel für Waschbecken. Ist leicht, braucht fast keinen Platz und ist praktisch.

Voilà, Teil 3 folgt schon bald...

Endlich wieder einmal selber kochen


Es ist ja kaum zu glauben. Das letzte Mal, dass wir irgendwo kochen konnten, war in Ulan Bator. Das ist inzwischen über ein Jahr her und fand in der Wohnung von Vincent statt, wo wir ein paar Wochen wohnen durften. Danke noch einmal für Deine Gastfreundschaft, Vinzu.




Rantepao liegt im Toraja Land, in Zentralsulawesi. Nachdem wir mehrere Hotelzimmer besucht hatten, fanden wir im Wisma Monton ein super Zimmer. Und zu unserer Überraschung durften wir dort sogar die Küche benutzen, was wir natürlich ausnutzten. So kauften wir im lokalen Abadi Minimarket zwei Pack "La Fonte" Spaghettis und Delpin Salz. Auf dem Gemüsemarkt fanden wir alle Zutaten, die wir für unsere Spaghettis benötigten. Auf dem Markt kostet alles 5000 Rupien (60 Rappen) - 4 x 500 Gramm Tomaten à 5000 Rps., zwei Knollen Knoblauch 5000 (habe soeben lange überlegt, wie die Mehrzahl von Knoblauch ist: Knobläuche? Knoblauchs?, gibt es überhaupt eine?), 3 Zwiebeln 5000, 1 Bund Frühlingszwiebeln 5000. Ausnahme: 3 Chillies 2000, 1 kleine Tüte schwarze Pfefferkörner 1000.



Die Küche war überraschend gut ausgerüstet. Ich war für das Gemüse schneiden und das Mörsern des Pfeffers verantwortlich, Flo übernahm das Kochen und zauberte aus den vorhandenen Zutaten eine wundervolle Sauce. In Rantepao gab es nirgends Wein zu kaufen, so begnügten wir uns mit dem Palmwine Tuak. Tuak ist das weisse Getränk auf dem Tisch, hat einen Alkoholgehalt von weniger als 5 % und schmeckt sehr frisch. Eine 1.5 Liter Flasche davon kostet 10'000 Rupien.




Tentena und der Poso-See



Tentena liegt am nördlichen Ufer des Poso Sees. Dieser ist der Drittgrösste in ganz Indonesien. Viel zu tun gibt es dort nicht, trotzdem blieben wir vier Tage und erholten uns von den Strapazen des Reisens.



Am ersten Abend wurden wir gleich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Nachdem alle Gäste mit Essen verköstigt wurden, wurde mit Karaoke begonnen und Arak aufgetischt. Arak ist Schnaps, der hier aus Reis gebrannt wird. Die Einheimischen freuen sich jeweils sehr darüber, wenn Touristen sich am Geschehen beteiligen und wir freuen uns, wenn wir dabei sein dürfen.




Am nächsten Tag mieteten wir ein Scooter und fuhren, entlang des Pososee zum Saluopa Wasserfall. Bin immer ein bisschen skeptisch, wenn es um Wasserfälle geht, doch der Saluopa war zu unserer Überraschung sehr schön und das Bad darin sehr erfrischend.



Kakao-Baum



Dieses Bild gross machen, dann könnt Ihr mich im Wasserfall sehen.



Auf dem Rückweg stoppten wir am Seeufer, wo wir Mie Goreng und Mie Kuah (Gebratene Nudeln und Nudelsuppe) genossen.



alte Brücke über den See


Leckereien fürs Fastenbrechen



Unterkunft:

Hotel Victory. Doppelzimmer mit Bad für 150'000 Rupien (Fr. 17.--) inkl. Frühstück. Das Frühstück besteht in ganz Indonesien jeweils aus Banana Pancakes. Wir können diese wirklich nicht mehr sehen. Im Zimmer hatten wir sogar heisses Wasser, das erste Mal seit über zwei Monaten.



PACKLISTE TEIL 1 - KLEIDUNG

Obwohl wir von Anfang an wirklich darauf geachtet haben, nicht zu viel Gepäck mit uns herum zu tragen, sind unsere Rucksäcke viel zu schwer. Vielmals habe ich mir schon Gedanken darüber gemacht, was ich zurück lassen könnte. Doch schlussendlich haben wir nichts dabei, was wir nicht schon mal gebraucht hätten. Natürlich kann man alles vor Ort auch kaufen, wenn man aber dann plötzlich etwas dringend braucht, ist es sicherlich in diesem Moment nicht erhältlich.



TEIL 1 - KLEIDUNG


Die Kleidung hat seit Beginn unserer Reise wesentlich geändert. Anfangs hatten wir warme Kleidung mit, die wir jedoch unterdessen in die Schweiz zurück gegeben oder Einheimischen überlassen haben.


Zugegeben, wir haben viele Kleider mit dabei, aber da wir für sehr lange unterwegs sind, wollen wir nicht immer in den gleichen Kleider herum laufen. So sieht meine Garderobe folgendermassen aus:


normale T-Shirts (4) - ein schwarzes, ein grünes, ein blaues und ein weinrotes.


ärmellose T-Shirts (3) - zwei aus Indien mit indischen Motiven und eines aus Indonesien mit der Werbung einer lokalen Biermarke (Bintang)


Jeans - Obwohl auf vielen Internet -seiten und foren von Jeans abgeraten wird, da sie zu schwer sind und man darin zu heiss hat, bin ich ein starker Befürworter von Jeans. Jeans ist die Hose, die die Einheimischen meist auch tragen, also warum ich nicht. Ausserdem ist eine Jeans sehr widerstandsfähig.


Gürtel - mein Gürtel aus Guatemala hat mich vor ein paar Tagen im Stich gelassen. Habe aber sofort einen guten Ersatz auf Sulawesi gefunden.


kurze Hosen (3) - habe ein kurzes Paar Jeans (perfekt für Beach-Destinationen), eine Schlabbershorts (perfekt für im Hotelzimmer rumzuhängen) und eine knielange Hose (perfekt in Gegenden, wo die Einheimischen dieselben Hosen tragen).


Badeshorts - die habe ich damals in Palolem gekauft und muss diese unbedingt ersetzen.

Warten auf den nächsten Touri-Ort, wo es günstige Badeshorts gibt.


Paar Unterhosen (5) - Unterhosen verschwinden gerne in der Wäsche (wie auch Socken). So müssen diese zwischendurch ergänzt werden. Ist aber manchmal schwierig, weil die Asiaten eine schmalere Taille haben als ich.


Paar Socken (3) - Anfangs hatte ich ein paar Paar Socken mehr dabei, aber mittlerweile sind wir praktisch nur in Flip Flops unterwegs. Socken brauchen wir kaum mehr.


so eine Art Strickjacke - Nach Nepal wollte ich das dünne Jäckchen weggeben, doch habe ich es behalten. Heute bin ich froh darüber, denn in den Höhen von Flores und Sulawesi wird es zum Teil schon empfindlich kalt. Busse werden manchmal auf mindestens 4°C runter gekühlt. Da kommt eine Jacke ebenfalls gelegen.


Regenjacke - Meine Regenjacke ist super, wurde bisher jedoch sehr selten verwendet. Obwohl jetzt in Sulawesi Trockenzeit sein sollte, regnet es aber jeden Tag. Hier kommt die Jacke mal so richtig zum Einsatz.


Langärmeliges Hemd - eignet sich sehr für Konsulats-Besuche, Hochzeiten und für den Sonntags-Brunch im Corleone‘s in Bombay.


Kopf/Halstuch - Brauche ich meist, wenn wir ein Motorrad mieten oder wenn wir Tempel in Amritsar besuchen.


Paar Converse Turnschuhe - Eignen sich als Stadtschuhe. Sind sehr leicht im Rucksack unter zu bringen und vom Gewicht her nicht zu schwer.


Paar Flip Flops - Die besten Schuhe der Welt. Bin mittlerweile beim siebten Paar, welches ich vor sieben Monaten in Indien gekauft habe. Sie sind aber bald durch gelatscht.


Brille - Habe eigentlich damit gerechnet, dass ich meine Brille irgendwo mal verlieren werde oder, dass sie zu Bruch geht. Habe aber immer noch die, die ich von daheim mitgebracht habe. Und genau hier habe ich mir überlegt, dass ich ja Werbung auf unserem Blog machen und damit ein bisschen Geld verdienen könnte. Aber mit unseren mickerigen 13 eingeschriebenen Leser sind Firmen wohl nicht zu sehr daran interessiert. An diesem Punkt doch gleich ein Dankeschön an die 13 Leser. Die Brille ist von Spoerri Optik in Biel/Bienne.


Sonnenbrillen (3) - eine korrigierte, die zweite korrigierte als Reserve und eine normale (Ray Ban) für die Tagen, an denen ich Linsen trage.


Das waers! Ich hoffe, es war nicht zu langweilig, habe naemlich die Fortsetzung davon schon bereit.
Bald hier zu lesen - Teil 2 - TOILETTENARTIKEL. Bis bald.

Von Insel zu Insel in Nordsulawesi

Hallo zusammen.
Es ist mal wieder Zeit, dass Ihr den Atlas hervor wuchtet und nachseht, wo wir gerade so stecken.

Das Holzboot, welches uns von Manado nach Pulau Bunaken brachte.


Ankunft auf Bunaken. Unser Bungalow befindet sich in der Mitte oben. Nicht schlecht, oder?


Mein neuer Freund Jacob, der Kakadu


Gefaehrlicher Schnaps. Keine Ahnung, wieso da ein Panda auf der Etikette drauf ist. Das Foto ist uebrigens absichtlich ein bisschen verschwommen. So seht ihr die Etikette, wie wir sie gesehen haben.

Sonnenuntergang von unserer Terrasse aus.


Der Weg ist Dorf


... und eben unsere Terrasse auf Bunaken

Ein aufgemotztes Bentor. Das ultimative Transportmittel in Gorontalo. Vorne haben zwei Personen gemuetlich Platz.

Mit der Business-Klasse von Gorontalo nach Wakai. 11 Stunden Bootsfahrt.


Sonnenuntergang auf Pulau Kadidiri. Ist eine kleine Insel, die zu den Togean Island gehoert.
Ihr koennt sonst mal "Black Marlin Togean" googeln. Da seht Ihr genau wo wir waren.

Besuch in unserem Zimmer. Eigentlich sind es ja zwei Besucher.
Das Andere ist ein Gekko.

Niemand konnte uns genau sagen, was das fuer eine Schlange ist. Habe sie mit einem Besenstiel in den naechsten Busch befoerdert.


Strand auf Una-Una, wo wir zwischen zwei Tauchgaengen unseren Reis-mit-Fisch-Lunch eingenommen haben.


Flo taucht ab


Ein Modell des B24 Bomber Wrack, das 1945 hier ins Meer gestuerzt ist. Ist wohl weltweit das einzige Flugzeug aus dieser Zeit, dass unter Wasser noch intakt ist. War dort tauchen, hatte jede Menge Feuerfische im Cockpit.


Unser Strand auf Kadidiri.


Ich mit Ali, einem Tauchguide vor Ort.

Khairun aus Muenchen. Ihre Geburtstagsfeier vom 3. September

Ali hat uns geholfen, diesen Kuchen zu organisieren.


Ein kleiner Geheimstrand, nicht weit von unserem Hotel. Zwar muss man 20 Minuten durch den dichten Dschungel stapfen, aber es lohnt sich dann doch.


Die Faehre von Wakai nach Ampana. Zum Glueck dauerte diese Fahrt nur 5 Stunden. War ziemlich mies.

Die Walfänger von Lamalera


Noch vor ein paar Wochen hatten wir noch nie zuvor von Lamalera gehört und selbst in unserem Reiseführer ist es nur mit ein paar Worten erwähnt. Jedoch wird darin beschrieben, dass man hier „the thrill of your life“ erleben kann.

Lamalera hat als einziges Dorf in Indonesien eine Sonderbewilligung von der Internationalen Walfangbehörde und dürfen dadurch bis zu 25 Pottwale pro Jahr erlegen. Der gefangene Wal wird am Strand zerlegt. Das ganze Dorf ist jeweils anwesend. Er wird in etliche gleich grosse Anteile zerteilt und jede Familie erhält einen Anteil. Von einem Wal kann sich das Dorf einige Monate lang ernähren. Letztes Jahr wurden drei Wale gefangen. Verkauft wird nichts davon, jedoch getauscht. Einmal pro Woche findet Markt statt. Die Bauern von den fruchtbaren Hügeln kommen zu den Fischern an die Küste hinunter oder umgekehrt. Die Bauern bringen Gemüse, Mais, Reis, Früchte und Betelnüsse und nehmen Fisch oder Walfleisch mit nach Hause. Geld wird hierbei keines verwendet. Die Dörfer leben vom Tauschhandel.

Wir haben uns lange überlegt, ob wir wirklich den langen Weg dorthin auf uns nehmen wollen. Ist es richtig, in ein Dorf zu fahren, wo Wale getötet werden? Ist es richtig, eine Gegend zu besuchen, um sie mit unseren getauschten Rupiahs zu verderben? Wir entschlossen uns dazu, liessen es uns aber offen, ob wir dann auch tatsächlich am Walfang teilnehmen wollen.


Holzboot von Larantuka nach Lewoleba. Das klingt ja schon wie im Märchen (Pipi Langstrumpf im Larantuka-Land).

Strassenszenen in Lewoleba - Heimkehr vom Gemüsemarkt

- ob der wohl französisch versteht...?

aus meiner Serie: Gerüstbauwahnsinn - Der Turmbau zu Lewoleba

Ebbe in Lewoleba - Das Pfahldorf und der rauchende Gunung Ili Api

Gleicher Ort, jedoch Blick gen Westen. Noch ein Vulkan.


Ich frage eine ältere Frau, ob hier ein Truck nach Lamalera abfahren würde. Sie nickt mit dem Kopf. Keine zehn Minuten später: erst hören wir den Bass, dann den Motor und erst danach sehen wir den Lastwagen. Drei junge Burschen stürzen sich rufend auf uns „Lamalera, Lamalera!“ Wir steigen ein, die ältere Frau ebenso. Der Lastwagen fährt sofort los. Ich frage bei einem der Burschen nach, ob wir denn auch wirklich nach Lamalera fahren. Er bejaht, deutet mir aber an, dass wir erst die Tour durch Larantuka machen um mehr Passagiere abzuholen. Dies dauert anderthalb Stunden. Im Normalfall ist dies auch sehr langweilig und lästig, doch heute ist alles anders. Der Truck fährt gezielt zu den Wohnhäusern, wo Leute warten um abgeholt zu werden. Viele haben auch nur Fracht bereit gestellt, die dann im Lastwagen oder auf dessen Dach verstaut wird. Als erstes wird eine lebende Ziege aufs Dach gehievt. Es folgen Säcke voller Reis und Mais, Bananenstauden, ein Stromgenerator, etliche Pappschachteln mit unbekanntem Inhalt und mit Hühnern, Reifen für Motorräder und schliesslich zwei Schweine, die schrill schreiend mit allen Vieren an Bambusstöcken festgebunden wurden. Um halb ein Uhr fahren wir mit dem Streichelzoo auf dem Dach los Richtung Lamalera, die Beine auf Reissäcken ausgesteckt und gut gelaunt. Die Musik ist bisweilen wieder viel zu laut, doch lassen wir uns die gute Laune dadurch nicht verderben. Wer Asien kennt, weiss, dass 65 Kilometer nicht unter zwei Stunden zu bewältigen sind. Für diese Strecke brauchen wir fast vier Stunden. Zu Beginn fahren wir auf einer geteerten Strasse, diese geht jedoch bald in eine einspurige Piste über. Die ersten drei Stunden geht es nur bergauf.



Unser Lastwagen - farbenfroh

Die weissen Schweine werden Babi Belanda genannt (holländisches Schwein). Ich weiss nicht, ob dass der zoologische Name dafür ist oder, ob es sich hier um eine kleine rassistische Bezeichnung handelt. Hier wird das holländische Schwein gerade auf das Dach gehievt.

Ganz nach dem Motto meines Bruders: Kein Sitzplatz im frei, weil der Reisetruck war voll! Gäu A?


Lamalera ist ein kleines, zweigeteiltes Fischerdorf. Lamalera A und B. A für Atas (oben) and B für Bawa (unten). Auch hier gibt es nur drei Gasthäuser. Wir wählen Guru Ben‘s Gasthaus im Ortsteil A. Sein Gasthaus ist mit einer Terrasse ausgestattet die die Bucht von Lamalera überblickt. Als wir uns im Gästebuch einschreiben, sehen wir, dass wir seit dem 17. Juli die ersten Gäste sind. Heute ist der 9. August. Hauptsaison.


Aussicht von unserer Terrasse auf den Fischerstrand


Gefangen und gegessen wird in Lamalera alles, was das Meer hergibt. Ein junger Mann trägt einen mächtigen Barracuda an Land. Im Bootsschuppen nebenan liegen mehrere Thunfische zum zerlegen bereit. Gleich vor unserer Nase zerschneiden einige Fischer einen Mantarochen und am anderen Ende des Strandes werden zwei tote Delfine in den Sand gelegt. Ich bewundere den Mann, der den Rochen tranchiert. Ich wusste bis anhin nicht einmal, dass so ein Rochen essbar ist. Wir werden von Aldi angesprochen. Er ist modern gekleidet und trägt als einziger am Strand Turnschuhe.

- Hallo, woher kommt ihr?

- Aus der Schweiz. Und du?

- Von hier, antwortet er mit Erstaunen. Aber ich studiere in Yogyakarta. Ich bin hier in den Ferien um meine Familie zu besuchen.

- Kann man Mantas wirklich essen?, frage ich ihn.

- Natürlich, schmeckt fabelhaft. Jetzt wird der Rochen in gleiche Stücke zerlegt und an all die beteiligten Fischer auf dem Boot aufgeteilt.

- Weisst Du etwas über den Walfang?

- Ich bin jetzt seit fast zwei Wochen hier und seither hatte ich noch keine Gelegenheit auf Walfang zu gehen. Bin selbst ziemlich enttäuscht.

- Wieso hattest du den keine Gelegenheit, Aldi?

- Die uralte Tradition verlangt es, dass die Walfänger niemals rausfahren um den Wal zu finden. Erst wenn der Wal in unsere Bucht kommt und sich ihnen zeigt, verstehen sie das als Aufforderung.

- Interessant!

- Ja, es ist eine Art von Respekt gegenüber dem Wal. Und so wird es seit Jahrhunderten gemacht. Gejagt wird auch noch wie damals. Mit dem Bambusspeer und mit dem Paddelboot. Erstens aus Tradition, aber sind dies auch Bedingungen, die von der Walfangbehörde gestellt wurden.


Wir unterhalten uns noch eine ganze Weile, während die Fischstücke aufgeteilt und wie Perlen auf Schnüre aufgezogen werden. Frauen tragen Ihren Familienanteil in Körben auf den Köpfen davon. Aldi verabschiedet sich und wir verbringen den Rest des Tages mit einem Spaziergang durch das Dorf und auf unserer Terrasse.



Ein kleiner Mantarochen wird tranchiert und unter den Fischern aufgeteilt.

Ein kleiner Delphin wird zum zerlegen an den Strand getragen - kann es bezeugen: Delfinfleisch ist weiss.

Aussicht auf die Boots-Hangare am Strand

...noch mehr Aussicht

Am Morgen unseres dritten Tages in Lamalera werden wir durch Kindergeschrei vor unserem Fester geweckt. Balleo, Balleo! schallt es aus allen Richtungen. Ich krieche unter dem Moskitonetz hervor und schaue aus dem Fenster. Gerade noch sehe ich die letzten Kinder in Richtung Strand davon rennen. Ich ziehe meine Hose an und begebe mich noch ziemlich schlaftrunken zur Terrasse. Unsere Gastgeberin Agnes sass beim Kaffee.

- Selamat Pagi, begrüsse ich sie.

- Selemat Pagi, erwidert sie freundlich.

- Balleo? frage ich, obwohl ich mir die Antwort schon zusammen reimen kann.

- Die sehen Wal.

- Fahren sie raus?

- Ja, ja.

- Kann ich mit?

- Ja, ja.

All meine Bedenken sind plötzlich verschwunden. Ich renne zurück ins Zimmer und rufe Floriane zu: - Schnell, komm!

Der Wal ist da! Sie teilt meine Euphorie nicht und beschliesst nicht mitzukommen. In Windeseile schmiere ich mir eine dicke Schicht Sonnencrème ins Gesicht, schnappe mir meine Kamera und die Sonnenbrille. Zwei Minuten später bin ich am Strand. Die Aufregung, die dort herrscht packt mich. Ein Boot nach dem Anderen wird ins Wasser gestossen. Die Fischer schieben und auf drei springen alle mit einem Satz ins Boot.


Das traditionelle Fischerboot wird in Wasser geschoben.

Ich kann es kaum glauben - ich gehe auf Walfang.

Niemand spricht und alle spähen auf Wasser. Ich kann es kaum fassen, dass ich auf Walfang gehe. Es dauert fast eine Stunde ehe sie einen Pottwal sichten. Sofort bricht Aufregung und Hektik aus. Auf jedem Paddelboot befindet sich nun ein Harpunist. Der Wal ist riesig, sicherlich an die 15 Meter lang. Er schwimmt an der Oberfläche. Die Fischer paddeln mit voller Kraft und innert weniger Sekunden befindet sich eines der Boote direkt hinter dem Wal. Doch dieser taucht ab. Die Aufregung ist in den Gesichter der Fischer abzulesen. Kurze Zeit später taucht der Wal wider auf und auch sofort wieder ab. Dies wiederholt sich ein paar Mal. Plötzlich schwimmt er neben uns. Unser Paddelboot ist zu weit von ihm entfernt, doch ein Anderes folgt ihm. Der Harpunist balanciert auf dem Bug. Sein langer Bambusspeer ist mit einem Eisenhaken ausgestattet. Der Wal schwimmt vor dem Boot her. Der Speerwerfer ist bereit zum Sprung. Ich wünsche mir, dass die Jagd noch andauert und dass der Wal abtaucht. Ich fühle, wie ich gänzlich der Jagd erlegen bin, doch fühle ich auch das Mitleid für den Wal. Tauch doch! Und er taucht. Der Speerwerfer war für den Sprung auf den Wal bereit, hatte aber einen Sekundenbruchteil gezögert.


Der Wal ist da, jetzt wird gepaddelt wie wild.

Tauch! Tauch ab!

Capitain Ahab ist alt geworden.


Am nächsten Morgen um 03.30 Uhr nehmen wir den Laster zurück nach Lewoleba. Leider sind wir nicht die Einzigen und die letzten Sitzplätze sind nur noch auf dem Dach des Lastwagens zu ergattern. Wir quetschen uns zwischen Reissäcke und Kartonschachteln und machen es uns so gemütlich wie nur möglich.

Die Nacht ist wunderbar klar und es hat so viele Sternschnuppen, dass uns die Wünsche ausgehen.

Ans schlafen ist nicht zu denken - zu gefährlich. Auf dem Dach muss man die Augen nach Ästen, Bambus und Stromkabeln offen halten.

03.42 Uhr - Auf dem Dach des Trucks. Und ich nur im Träger-T-Shirt.

Mitpassagiere auf dem Dach

Zurück in Lewoleba - Blick von unserem Zimmer.

Die vergnügliche Fahrt im Holzboot bringt uns zurück nach Larantuka und zum Ahuwair Strand, wo wir unsere Freunde (Angel, Ocean usw. - siehe Blogeintrag zuvor) wieder sehen werden. Flo sehnt sich nach den Sunset Salad.