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Farbiges Vientiane

Seit Donnerstag sind wir in Laos' Hauptstadt Vientiane. Für 90'000 Kip (11.--) sind wir in einem modernen Hotel im Stadtzentrum untergekommen.

Vientiane ist sehr farbenfroh und vorallen, nach Ho Chi Minh City und Hanoi, sehr ruhig. Sie hat gerade mal 200'000 Einwohner, was der Stadt ein angenehmes Flair verleiht.


Das wohl typischste Transportmittel in Laos - ein Songthaew
(fragt mich bloss nicht, wie man das ausspricht!) Der Hauptgeschäftszweig der Fahrer scheint aber eher der Verkauf von Marijuana zu sein, denn bevor sie einem das Fahrzeug als Taxi anbieten, fragen sie stets, ob man nicht lieber ein bisschen Gras kaufen möchte.


In ganz Vietnam hatten wir praktisch nie einen strahlend blauen Himmel. Stets war es sehr dunstig oder halt einfach bewölkt. Schon am ersten Tag machten wir einen kleinen Fussmarsch durch die Innenstadt und der blaue Himmel liess mein Fotografenherz höher schlagen.


Ein neu erbautes Monument gleich am Ufer des Mekongs. Leider konnten wir noch nicht heraus finden, um wen es sich hier handelt, da sie Schriftentafel in der Laotischen Schnörkelschrift verfasst ist.


Fast an jeder Strassenecke findet man einen Tempel. Dies lässt Vientiane sehr farbenprächtig erscheinen. Ausserdem gibt es sehr viele Bäume und allgemeine Grünflächen.


Nach über 18 Monate reisen habe ich HEUTE den besten Hamburger der Reise gegessen. Gleich neben unserem Hotel befindet sich ein kleiner Hamburgerstand, wo der Beefburger für 15'000 Kip oder der Jumbo (Doppelburger) für 22'000 Kip angeboten wird (Fr. 1.85 bzw. 2.70). Auf einer kleinen Werbetafel, gleich neben den Preisen gibt es din Facebook-Schriftzug mit der Aufforderung, den kleinen Hamburgerstand auf Facebook zu suchen. Das habe ich sofort erledigt und bin nun Fan des Hungry Burger Hamburgerstandes in Vientiane.


Gestern war ein äusserst gemütlicher Tag. Nach einer klassischen Nudelsuppe haben wir uns eine einstündige Massage gegönnt. Das kostet Fr. 4.30 und ist absolut seriös. Dies ist nicht immer so. In Vietnam hatten die Massagesalons oft einen Nuttentouch und eine Massage mit einem Angebot für ein so genanntes "Happy Ending" ist keine Seltenheit. Die Massage, die wir gestern genossen, hiess Traditional Laos Massage und beinhaltet das ziehen und drehen der Extremitäten. Wie gesagt, für die Fr. 4.30 erhielten wir am Schluss noch einen Tee und ein Tellerchen mit Dragonfruit.

A propos Massage. In Vietnam hatte ich eine einstündige Fussreflexionsmassage ausprobiert. Das war äusserst schmerzhaft, denn die Frau benutzte dazu ein kleines rundes Holzstück. Auf jeden Fall, werde ich dies nicht so schnell wiederholen, da mir die nächsten paar Tage wirklich alles weh tat. Da war die Massage mit den heissen Steinen schon viel besser und relaxter.

Gleich am ersten Tag haben wir unsere Pässe der Botschaft von Myanmar (Burma) übergeben. Für anfangs Januar 2011 haben wir Hin- und Rückflug ab Bangkok nach Yangon gebucht und dafür brauchen wir je ein Visum. Wir hoffen, dass es klappt. Schon die erste Serie der Passfotos wurde nicht akzeptiert, da Flo ein klein wenig grinste und man bei mir die Zähne sah. Beim Beruf musste man ganz genau hinschreiben, wo und was man arbeitet. "Weltreisender, Laos" hätte sich da wohl nicht so gut gemacht. So gibt man halt den letzten Arbeitgeber an und hofft, dass die dort nicht anrufen werden.

Nächsten Dienstag, also in genau zwei Tagen, kommt Flo's Vater Jean-Claude für zwei Wochen zu Besuch. Wir freuen uns schon seit Wochen darauf. Natürlich werden wir probieren, so viel Blödsinn wie nur möglich in diesen zwei Wochen zu machen.

Heute wollten wir ein paar Travelerchecks in Kips umwandeln. Dies klappte leider nicht, da unsere Pässe in der Botschaft von Myanmar sind. Ohne Pass kein Geld. Mit der Postcard kann man übrigens überall in Asien Geld beziehen. Habe mittlerweile alle Bankkonten gekündigt und alles bei der Post. Ist viel billiger und der Service ist einmalig.
Wir haben noch $ 1'100 in Travellerchecks mit dabei, die wir natürlich nicht wieder nach Hause nehmen wollen. Werden diese wohl in Thailand zu $ wechseln, denn in Myanmar gibt es keine Bankomaten. Also was ich zuvor erzählt habe, von wegen mit der Postcard könne man überall Geld beziehen, das war erstunken und erlogen. Besser gesagt also, bis anhin konnten wir überall Geld beziehen.


Was hat uns sonst noch bewegt in den letzten Tagen:

- Wollte gestern Tennis schauen, aber die etlichen Sportsender in unserem Zimmer zeigen nur die englische Premier League. Aber da Roger eh verloren hat, hätte ich mich eh nur aufgeregt.

- Arcade Fire ist eine Musikgruppe, die wir sehr oft hören. Nun haben sie ein neues Album heraus gebracht, welches wir natürlich herunter geladen haben. Aber das Beste daran ist das neue Video. Die kann man unter www.thewildernessdowntown.com anschauen. Im dafür vorgegebenen Feld einfach Eure Adresse eingeben und dann staunen.



Nach unserem Stadtmarsch haben wir in einem kleinen Restaurant Rast eingelegt. Plötzlich lag dieser Leguan neben unserem Tisch. Der Restaurant-Besitzer teilte uns mit, dass dies sein Leguan sei. Ich fragte ihn, ob er den essen werde. Flo stiess mich mit dem Ellenbogen und der Mann schaute mich schockiert an und schüttelte den Kopf. Ich bin mir sicher der Kerl frisst den Leguan.

So, mehr kommt mir gerade nicht in den Sinn. Bis bald. Kommentare sind wie immer sehr willkommen. Merci fürs lesen.

Erste Tage in Laos


Um die fast 24-stündige Busfahrt von Hanoi nach Vientiane zu unterbrechen, sind wir drei Stunden nach dem Grenzübertritt nach Laos in Ban Khoun Kham ausgestiegen. Die Fahrt im Nachtbus war überraschend angenehm und dauerte dadurch gerade mal 16 Stunden.

Flo mit einem der sechs Welpen

Der Bus hielt direkt vor dem Mi Thuna Hotel, welches wir im Lonely Planet gefunden hatten. Wir ergatterten uns ein Zimmer mit Heisswasser und Klimaanlage. Diese funktionierte zwar nicht, war aber auch nicht nötig, denn so heiss war es nun auch wieder nicht. Jedoch konnte es gegen Abend ziemlich kühl werden, und da waren wir froh, uns mit heissem Wasser duschen zu können. Zum Abendessen probierten wir gleich das laotische Nationalgericht, den Laàb. Entweder Hackfleisch, Fisch oder Poulet wird dafür verwendet. Vermischt mit Limettensaft, geröstetem Reis, Knoblauch, Minzeblätter, Frühlingszwiebeln und Chillis bekommt man einen feinen Laàb vorgesetzt.
Die Hündin Jackie hatte vor 9 Tagen ein paar Babies bekommen. Jackie ist ein sehr freundlicher Hund, nicht so aber der Vater der Babies. Daher kommt vielleicht auch sein passender Name. GeorgeBush.

George Bush

Die grosse Attraktion in Ban Khoun Kham ist die Kong Lo Grotte. Die Grotte ist sieben Kilometer lang und kann mit einem Boot befahren werden. Also fuhren wir am zweiten Tag dorthin bezahlten den Eintritt und den Bootsfahrer, erhielten ein improvisiertes Ticket und je eine orangene Schwimmweste.
Die Landschaft mit den dunklen, monolithischen Kalksteinbergen ist traumhaft schön. Wir begeben uns zu den Booten. Es liegen vier Boot im Sand und uns wird jenes zugewiesen, welches randvoll mit Wasser ist. Die Schwimmweste ist wohl dafür gedacht, dass wir nicht im eigenen Boot ertrinken, dachte ich mir. Doch unser Bootsfahrer begann gleich mit dem ausschöpfen. Und obwohl er dies mit seinem Flip Flop machte, ging es rasch und nach einer Minute stand das Wasser nur noch knöcheltief im Boot.

Der Höhleneingang

Die Boote, die in der Höhle bereit liegen

Mit seinem Longtail-Aussenbordmotor erreichte das schmale Boot eine beachtliches Tempo, welches in einer Höhle noch viel schneller zu sein scheint. Drei oder vier Male mussten wir aus dem Boot aussteigen und durch das Wasser waten, während der Bootsführer und sein Steuermann das Boot über die flachen Stellen schleppten. Obwohl in unserem Reiseführer, dem Lonely Planet stand, dass man seine Taschenlampe ja nicht vergessen soll, hatte niemand von uns eine Lampe mit dabei. Was ein bisschen schade war. Die beiden Männer auf dem Boot hatten zwar kräftige Stirnlampen, jedoch waren sie damit beschäftigt, den Weg durch die Höhle zu finden.

Longteil-Aussenbordmotor

In der Höhle mussten die Boote über die zu flachen Stellen geschleppt werden

Wie gesagt, obwohl wir nicht all zu viel gesehen haben war die Fahrt durch die Höhle beeindruckend. Das Beste jedoch war das Verlassen der Höhle auf der anderen Seite. Aus der Dunkelheit heraus, ins Grüne hinein. Fünf Minuten später an Land hatte es natürlich einen kleinen Laden, wo wir genüsslich eine Nudelsuppe für 2000 Kip (25 Rappen) assen.


Von der Dunkelheit...

...ins Grüne

Einer unserer Bootsführer

Der Kiosk mit der Nudelsuppe (die Vorräte werden durch die Höhle durch hierher transportiert)

Innerhalb der Flüsse

Wörtlich übersetzt heisst Ha Noi "innerhalb der Flüsse", denn Hanoi liegt im Delta des Red Rivers. Hanoi ist unwahrscheinlich grün und an mehreren Orten gibt es kleine Seen. Es leben sieben Millionen Menschen hier und ich glaube, wir haben jede und jeden davon gesehen. Sie flitzen und hupen auf ihren Scooter an einem vorbei. In den Strassen von Hanoi gibt es keine Sekunde Ruhe, jedoch findet man überall Kleinode, wo man sich von dem Lärm erholen kann.

Gestern ist mir ein Scooter in die Wade gefahren. Flo hat mich verarztet und heute schmerzt es auch schon gar nicht mehr. Am zweiten Tag entriss mir ein vorbei rasender Scooter meine Kamera, aber ohne Erfolg. Es gibt also weiterhin Fotos auf diesem Blog. Hier ein paar Eindücke aus Ha Noi, der Hauptstadt der Sozialistischen Republik Vietnams - Stadt innerhalb der Flüsse.

Rund um den Hoan Kiem See

Hanoi ist vor ein paar Wochen 1000 Jahre alt geworden

Der Tortoise Tower im See

Am Sonntag posierten viele Paare für ihr Hochzeitsalbum

Abends mit Sylvain aus Marseille im Bia Hoi (frisches Bier)

Gärtnerinnen im Lenin Park

Fussball ist auch hier König

Spätes Mittagessen - Phô Nudelsuppe

Pause in einem kleinen Strassencafe im French Quarter

Typische Strassenszene mit einer Gassenküche

Zwei Buben, die auf einem parkierten Motorrad spielen

Brücke über den Red River (Song Hong)

Blumenverkaufstelle

Laden mit Süssigkeiten

Einfache Behausungen unten am Red River

Fischerhütte am Red River

Halong Bay - Massentourismus pur

Die Halong Bay ist wohl das bekannteste Reiseziel in Vietnam. Eine Bucht in der hunderte grün bewachsene Felsen aus dem Wasser ragen. Wir freuten uns sehr darauf. Doch ist die Halong Bucht ein typisches Beispiel dafür, was Massentourismus alles zerstören kann.

Da wir leider nur ein Visa für einen Monat für Vietnam besitzen, waren wir ein bisschen im Zeitdruck und haben daher, wie alle anderen Touristen, eine organisierte dreitägige Tour in die Bucht gebucht.



Tag 1:

Um 08.00 Uhr wurden wir von einem Minibus in unserem Hotel abgeholt. Unser Guide fuchtelte mit ihren Armen wie wild in der Luft herum und rief uns zu, dass wir uns beeilen müssen. Total falsche Wortwahl am Morgen früh.

Die Fahrt im Minibus dauerte 3,5 Stunden. In Halong City wurden wir wie Kühe zusammen getrieben und in Gruppen auf eines der 200 Boote gebeten. Dort wurde uns sofort unsere Kabine zugewiesen, die nicht dem entsprach, was wir ursprünglich gebucht hatten. Die lange Diskussion mit unserem unsympatischen Tourguide brachte nichts.

10 Minuten später war Lunchtime. Am Essen gab es gar nichts auszusetzen. Doch kaum hatten wir die Gabel abgelegt, mussten wir uns schon zum kajaken parat machen. Eine Stunde im Kajak kann sehr anstrengend sein, war aber schön. Das einzige Problem war nur, dass es kaum möglich war, ein Foto zu knipsen, ohne ein oder mehrere Boote darauf zu haben.


Die Felsen von Halong aus der Ferne


Direkt nach dem Kajaktrip legten wir bei einer Insel an und besuchten eine Grotte. Ich weiss nicht wie viele Touris da durchgeschleust wurden. Die Höhle wäre einigermassen interessant gewesen, ohne das Schlange stehen.


Die Stimmung auf dem Boot war ziemlich mies. Niemand mochte den Tourguide. Das Abendessen war köstlich. Unser Tischnachbar hatte aus Hanoi eine kleine Flasche Vodka mitgebracht und wollte sie mit uns trinken. Unser Guide liess das aber nicht zu. Sie wollte 10 US Dollar von ihm, weil er die Flasche nicht auf dem Boot gekauft hatte. Natürlich bezahlte er das nicht, sondern füllte seinen Vodka in eine Wasserflasche ab und trank ihn halt so.

Bevor wir zu Bett gingen, begaben wir uns auf das Dach des Bootes. Nur um uns herum zählten wir mehr als 20 voll beleuchtete Boote.


schwimmender Kiosk


Tag 2

Wir wurden um 07.45 Uhr im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Bett gejagt. Das Frühstück ist mickerig. Eine halbe Stunde später mussten wir die Kabine abgeben. Wie legten bei einer Insel an. Die meisten gingen Velo fahren, doch bei uns war das nicht inbegriffen. Obwohl wir die Deluxe-Tour gebucht hatten, bekamen wir am wenigsten dafür. Wir gingen trotzdem vom Boot und spazierten eine Stunde in der Hitze herum. Danach kauften wir, um den Guide ein bisschen zu provozieren, zwei Bier und tranken diese auf dem Boot. Keine Reaktion.




Gegen 15.00 Uhr legten wir auf Cat Ba an. Im Lonely Planet wird diese Insel als das wahre Paradies beschrieben. Ist sie aber nicht. Der Hauptort ist sogar ziemlich hässlich. Unser Hotelzimmer war dafür echt gut. Den Rest des Tages beschlossen wir mit ein paar Gläsern Freshbeer, welches gerade mal 20 Rappen pro Glas kostet.



Tag 3

Von 07.00 - 07.30 Uhr hatten wir Zeit zum frühstücken.

Warum muss man auf gebuchten Touren immer so früh aus den Federn. Man würde sich viel weniger herumgehetzt fühlen, wenn man mal bis neun Uhr schlafen könnte.

Um acht Uhr mussten wir den Hotelschlüssel zurück geben und kurz danach wurden wir mit einem Minibus zum Hafen gebracht. Der Rest ist schnell erzählt. Drei Stunden Bootsfahrt zurück nach Halong City, weiter vier Stunden im Minibus um nach Hanoi zu gelangen.



Fischerplattform


Zugegeben; die Bucht ist wunderschön, aber man kann das Ganze nicht wirklich geniessen. Man wird die ganze Zeit herumgehetzt und man kann kaum einmal eine Aussicht ohne Boote geniessen. Vielleicht sind wir mittlerweile auch verwöhnt. Auf jeden Fall werden wir nicht so schnell wieder eine organisierte Tour buchen. Und die Halong Bay würden wir, mit der neugewonnenen Kenntnis, nicht noch einmal besuchen.

Aus Mangel an Zeit haben wir schon vor ein paar Tagen beschlossen, dass wir das zweite grosse Touristenmagnet im Norden von Vietnam auslassen werden. Die Reisfelder von Sapa. Nach der Halong Bay sind wir froh, nicht noch einmal in den Touristenschlund zurück zu müssen und vor allem sind wir froh darüber, mehr Zeit im Süden und in Zentralvietnam verbracht zu haben, ganz nach dem Motto:


Stay if you can, leave if you must! (Danke Matt).